Fieber bei Kindern: Wann zum Arzt und richtige Behandlung
Fieber ist eines der häufigsten Symptome im Kindesalter und verunsichert viele Eltern. Dabei handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen Infektionen oder andere Erkrankungen. Nicht jedes Fieber erfordert sofortige ärztliche Hilfe, doch es gibt wichtige Warnsignale, bei denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Fieber bei Kindern richtig einzuordnen und angemessen zu reagieren.
Fieber erkennen und richtig messen
Zunächst ist es wichtig zu wissen, ab wann man von Fieber spricht. Bei Kindern liegt die normale Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Von Fieber sprechen Ärzte ab einer Temperatur von 38,5 Grad Celsius (rektal gemessen) oder 38 Grad Celsius (unter der Achsel gemessen).
Für eine genaue Messung sollten Sie ein zuverlässiges Thermometer verwenden. Digitale Thermometer sind praktisch und schnell. Infrarot-Thermometer für das Ohr oder die Stirn sind ebenfalls geeignet, müssen aber korrekt angewendet werden. Messen Sie die Temperatur am besten rektal, da dies die genaueste Methode ist. Bei älteren Kindern können Sie auch unter der Achsel messen.
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind vor der Messung mindestens 15 Minuten in Ruhe war. Nach dem Essen, Trinken oder körperlicher Aktivität können die Messwerte verfälscht sein.
Wann ist ein Arztbesuch notwendig?
Nicht jedes Fieber ist besorgniserregend. Allerdings gibt es Situationen, in denen Sie sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notfalldienst anrufen sollten:
Sofortiges Handeln ist erforderlich bei:
- Fieber bei Babys unter drei Monaten (bereits ab 38 Grad Celsius)
- Sehr hohes Fieber über 40 Grad Celsius
- Fieberkrämpfe oder Bewusstseinsstörungen
- Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit
- Steifer Nacken oder starke Kopfschmerzen
- Hautausschlag, der bei Druck nicht verschwindet
- Anhaltende Schläfrigkeit oder Verwirrtheit
- Starke Bauchschmerzen oder anhaltendes Erbrechen
Ärztliche Beratung sollte erfolgen bei:
- Fieber länger als 3 bis 4 Tage
- Fieber bei Kindern unter 2 Jahren ohne offensichtliche Ursache
- Wiederholte Fieberschübe
- Gleichzeitige Symptome, die Sie beunruhigen
- Chronische Erkrankungen des Kindes
Falls Ihr Kind unter einer Grunderkrankung leidet, beispielsweise Herzprobleme oder ein geschwächtes Immunsystem, sollten Sie bei Fieber grundsätzlich schneller ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ähnlich verhält es sich bei Kindern mit Blutarmut: Ursachen, Symptome und Behandlungsoptionen, die möglicherweise anfälliger für Infektionen sind.
Richtige Behandlung und Pflege bei Fieber
Wenn das Fieber unkompliziert ist und das Kind ansonsten aktiv und trinkt, können Sie mit folgenden Maßnahmen unterstützen:
Allgemeine Maßnahmen:
- Ausreichend Flüssigkeit: Bieten Sie regelmäßig Wasser, Tee oder leichte Brühe an. Dehydration ist bei Fieber ein ernstes Risiko.
- Leichte Kleidung: Ziehen Sie Ihr Kind nicht zu warm an. Eine dünne Schicht ist ausreichend.
- Raumklima: Sorgen Sie für eine angenehme, nicht zu warme Umgebung (etwa 18-20 Grad Celsius).
- Ruhe: Lassen Sie Ihr Kind ausruhen und schlafen.
- Leichte Ernährung: Bieten Sie kleine, häufige Mahlzeiten an, wenn das Kind Hunger hat.
Fiebersenkende Maßnahmen:
Lauwarme Wadenwickel können helfen, die Temperatur zu senken. Wickeln Sie feuchte Tücher um die Waden und lassen Sie diese etwa 10-15 Minuten einwirken. Dies sollte nur geschehen, wenn das Kind nicht friert.
Fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können bei Bedarf gegeben werden. Die genaue Dosierung hängt vom Alter und Gewicht des Kindes ab. Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig oder fragen Sie in der Apotheke nach der korrekten Dosierung. Wichtig: Diese Medikamente senken das Fieber, bekämpfen aber nicht die Ursache der Erkrankung.
Manche Eltern sorgen sich, dass Fieber schädlich ist. Tatsächlich ist moderates Fieber ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem des Kindes aktiv ist und gegen die Infektion ankämpft. Ein Fieber unter 40 Grad Celsius ist in der Regel nicht gefährlich.
Fieber bei Kindern ist in den meisten Fällen harmlos und Teil der natürlichen Abwehr. Mit den richtigen Maßnahmen, ausreichend Flüssigkeit und elterlicher Aufmerksamkeit überstehen Kinder diese Phase gut. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl: Wenn Sie sich unwohl fühlen oder das Kind Sie beunruhigt, ist es besser, ärztliche Beratung zu suchen.
Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt.