Erkältung oder Grippe: Wie unterscheide ich die Krankheiten?
Wenn die Temperatur sinkt und die Nase läuft, stellen sich viele Menschen die gleiche Frage: Habe ich eine Erkältung oder die Grippe? Beide Erkrankungen werden durch Viren ausgelöst und ähneln sich in mancher Hinsicht, unterscheiden sich aber in wichtigen Punkten. Eine sichere Unterscheidung ist nicht immer einfach, doch es gibt verlässliche Unterscheidungsmerkmale, die Ihnen helfen, die richtige Einschätzung zu treffen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die beiden Infektionskrankheiten voneinander unterscheiden können.
Die Unterschiede im Symptomverlauf
Die Erkältung beginnt meist schleichend. Anfangs verspüren Sie leichte Symptome wie Halsschmerzen oder Schnupfen, die sich über mehrere Tage allmählich verschlimmern. Die Grippe hingegen tritt plötzlich auf. Innerhalb weniger Stunden entwickeln sich Symptome wie hohes Fieber (oft über 39 Grad Celsius), starke Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Patienten berichten häufig, dass sie sich plötzlich sehr krank fühlen und nicht mehr in der Lage sind, ihren normalen Alltag zu bewältigen.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal: Bei der Erkältung steht der Schnupfen im Vordergrund. Die Nase läuft oder ist verstopft, oft begleitet von leichtem Husten. Bei der Grippe ist dagegen ein trockener Husten typisch, der sehr hartnäckig sein kann. Halsschmerzen sind bei der Erkältung häufiger, während bei der Grippe eher allgemeine Kopfschmerzen und Muskelschmerzen überwiegen.
Die Dauer der Erkrankungen unterscheidet sich ebenfalls. Eine unkomplizierte Erkältung dauert in der Regel fünf bis sieben Tage, kann aber auch bis zu zwei Wochen andauern. Die Grippe verursacht in der Regel heftigere Symptome, die aber nach etwa drei bis sieben Tagen wieder abklingen. Allerdings kann die Schwäche und Müdigkeit noch länger anhalten.
Fieber, Husten und weitere Warnsignale
Das Fieber ist ein wichtiger Unterscheidungspunkt. Bei einer Erkältung tritt Fieber selten auf, und wenn, dann meist nur leicht erhöhte Temperaturen (unter 38,5 Grad Celsius). Bei der Grippe dagegen ist hohes Fieber die Regel. Es tritt plötzlich auf und kann mehrere Tage anhalten.
Auch die Art des Hustens hilft bei der Unterscheidung. Erkältungshusten ist produktiv, das heißt, es wird Schleim abgehustet. Grippe-Husten ist anfangs trocken und reizend. Wenn Sie unter hartnäckigen Kopfschmerzen leiden, besonders wenn diese mit hohem Fieber kombiniert sind, deutet das eher auf eine Grippe hin. Für mehr Informationen zu Kopfschmerzen und deren Unterscheidung von anderen Beschwerden lesen Sie gerne unseren Artikel zu Kopfschmerzen und Migräne: Unterschiede und Therapieoptionen.
Ein wichtiges Warnsignal ist die sogenannte "Zwei-Gipfel-Kurve" bei der Grippe: Manche Patienten erleben, dass die Symptome kurzzeitig besser werden, um dann erneut schlimmer zu werden. Dies ist bei der Erkältung ungewöhnlich.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Während eine leichte Erkältung meist von selbst ausheilt, sollten Sie bei Verdacht auf Grippe ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, besonders wenn Sie zur Risikogruppe gehören (ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke). Ein Arzt kann durch einen Schnelltest oder einen PCR-Test eine sichere Diagnose stellen. Dies ist wichtig, da es für die Grippe antivirale Medikamente gibt, die in den ersten Tagen der Erkrankung wirksam sein können.
Achten Sie auch auf Komplikationen. Wenn Sie bei einer vermeintlichen Erkältung plötzlich starkes Fieber bekommen, Atembeschwerden auftreten oder sich Ihr Zustand drastisch verschlechtert, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Genauso sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn Sie länger als zwei Wochen unter Symptomen leiden oder wenn sich Ihr Schlaf durch die Erkrankung stark verschlechtert. Tipps zur Verbesserung Ihres Schlafes finden Sie in unserem Ratgeber zu Schlafstörungen natürlich behandeln: Tipps für besseren Schlaf.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Erkältung beginnt schleichend mit Schnupfen und leichtem Husten, während die Grippe plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen auftritt. Im Zweifelsfall ist ein Arztbesuch die richtige Entscheidung, um Komplikationen auszuschließen und die richtige Behandlung einzuleiten.
Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt.